das zeigen

Ich zeige es dir, ich zeige mich dir, ich zeige mich euch. Von meiner am meisten glänzenden Seite. Ich gebe mir Mühe und zeige euch alles. Ob ihr es sehen wollt oder nicht. Wenn ich euch sagen werde, dass ihr es sehen sollt, oder euch zumindest die Wichtigkeit suggeriere, dann schaut ihr. Wenn ich es euch verbiete, dann schaut ihr noch intensiver und interessierter. So symbiotisch funktioniert Zeigen und Anschauen. Meistens wisst ihr überhaupt nicht, wieso ich euch etwas zeige, besser noch: ihr wisst nicht, wieso ihr schaut ! Und ich vermute: ihr schaut aus Gewohnheit, Langeweile, Tagmüdigkeit oder zum Abschalten. Es gibt aber doch die kleine, mich freuende Gruppe, die aus Interesse schaut. Dann denke ich mir, dass noch nicht alles verloren ist, doch dann wird mir bewusst, dass ich mich wieder täusche. Reines Interesse? Die Gruppe wird noch kleiner, wenn ich die aussiebe, die doch nur jemandem einen Gefallen schuldig waren oder die Höflichkeit geübt haben, mit der zukünftigen Hoffnung auf solche meinerseits. Es geht aber nicht nur um mich.

Und meine Mädchen im Bild machen es auch. Sie zeigen … Mal richtig, mal verfehlt, mal das Wesentliche, mal das Unwichtige – Karussell des Lebens…

Wieso sind wir so verschieden zeigelustig? Der eine zeigt alles, was er nur zeigen kann, und zwar nach Möglichkeit ununterbrochen. Er tut alles, um gesehen und angeschaut zu werden. Es macht ihm nichts aus, was mit seinem Abbild oder seinen persönlichsten Daten passiert, wer sich bei ihm bedient. Er wird nicht weniger dadurch. Es gibt aber auch denjenigen, der im Gegenteil gar nichts zeigen will. Der nichts von sich wo anders sehen möchte. Oder selbst nicht gesehen werden will. Keine Fotos bitte, keine Infos, keine Töne oder Gerüche. Nichts. Als würde er gar nicht existieren. Und das ist sein Streben, ein ihm glücklich machender Zustand.

Und diese Verhaltenheit ist unverständlich für den Gegenüber. Nicht nachvollziehbar, verrückt, im besten Fall seltsam. Ob man tolerant ist oder nicht. Ob man nachts noch schlafen kann oder doch in die schwarze Nacht durchs Fenster schaut.

atelier grimann

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